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Archiv der Kategorie: Kardiologie
Was tun bei Krampfadern?
Im Gespräch mit Dr. Knuth Rass, Krankenhaus St. Brigida Simmerath
„Man sollte sich nicht vertun: Auch bei Venenerkrankungen kann eine verzögerte Diagnostik und Therapieeinleitung zu gesundheitlichen Risiken führen“, erklärt Dr. Knuth Rass. Er ist Chefarzt am Zentrum für Venen und periphere Arterien in der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath. Angesichts der Corona-Krise stellt auch er fest, dass viele Patientinnen und Patienten den Arztbesuch verschieben. „Es können auch derzeit bei akuten Beschwerden Sprechstundentermine vereinbart werden, wenn die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Dann kann abgeklärt werden, ob der Befund so schwer ist, dass er einer sofortigen Behandlung bedarf, oder ob kein Eingriff nötig ist bzw. dieser auch zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden kann“, erläutert er die spezielle Situation.
Tatsächlich sind Venenerkrankungen wie Krampfadern oft mehr als ein kosmetisches Problem, denn sie können im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich werden – und um dieses Risiko auszuschließen, sind eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung notwendig. Geschwollene Beine, die schmerzen oder druckempfindlich sind, können ein Hinweis auf Krampfadern oder sogar Thrombosen sein. Falls durch eine Klappenschwäche der Venen der Transport des Bluts durch das Bein und wieder in Richtung Herzen beeinträchtigt ist, schwellen die Venen sichtbar an, der Bluttransport verlangsamt sich und es erhöht sich die Gefahr eines Blutgerinnsels. „Wenn ein solcher Pfropfen in Richtung Herz oder Lunge transportiert wird, besteht Lebensgefahr. Das müssen wir ausschließen“, bekräftigt Dr. Rass.
Wenn das nicht ausreicht, sind operative Maßnahmen notwendig – aber auch vor denen muss niemand Angst haben. „Es gibt zwei Methoden. Gleich ist ihnen, dass nur ein sehr kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig ist und die Patientinnen und Patienten schnell wieder mobil sind.“
Entweder werden die betroffenen Venen operativ entfernt oder mit Hitze behandelt. Diese sogenannte Ablation ist ein besonders schonendes Verfahren, bei dem unter – meist örtlicher – Betäubung ein Katheter in die kranke Vene eingeführt wird, die so verschlossen wird. „Im Ausland ist die Ablation schon wesentlich weiter verbreitet als bei uns“, sagt Dr. Rass. „Allerdings wird das Verfahren nicht von jeder Krankenkasse übernommen und es bestehen auch noch Fragen hinsichtlich seiner langfristigen Wirksamkeit.“ Nicht in jedem Fall ist dieses minimalinvasive Verfahren also der beste Weg.
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Ausdauer lohnt sich
Chronische Beschwerden können durch gezieltes Training gelindert werden
Keine Erkrankung oder Verletzung ist schön. Wenn aber an ihrem Ende eine Heilung steht, können Patienten auf die Zukunft bauen und anschließend ein vollkommen unbeeinträchtigtes Leben führen. Was aber ist, wenn eine Erkrankung andauernd und chronisch wird, im schlimmsten Fall sogar lebensverkürzend wirkt?
Dann ist Resignation der falsche Weg. Denn damit werden Symptome nicht gelindert, sondern häufig verstärkt und die Lebensqualität noch weiter eingeschränkt. Es ist oft eine große Überwindung, selbst tätig zu werden – aber es lohnt sich.
Zu den verbreitetsten Erkrankungen in Deutschland gehört der Bluthochdruck. Zwar wird er vom Gesetzgeber nicht als chronische Erkrankung eingestuft, Ärzte und Experten der deutschen Hochdruckliga fordern allerdings genau dieses. Gegenwärtig sind 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland von Bluthochdruck betroffen. Er belastet auf Dauer viele lebenswichtige Organe. Daher ist Bluthochdruck eine führende Ursache von Herz- und Kreislaufkrankheiten, vor allem Herzinfarkt und Schlaganfall. Bluthochdruckpatienten kann medikamentös geholfen werden – eine hohe Bedeutung kommt aber auch einer Veränderung der Lebensweise zu. Übergewicht abbauen, die Ernährung umstellen … aber vor allen Dingen regelmäßige Bewegung und Ausdauersport haben sich als hilfreich erwiesen.
Auch Schmerzpatienten haben oft, etwa bei Fibromyalgie, eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems. Betroffene klagen über andauernde oder immer wiederkehrende Schmerzen an Muskeln und Sehnen. Begleitsymptome sind Schlafstörungen und Müdigkeit am Tag, Konzentrationsprobleme und Motivationsschwäche. Eine Therapie mit Aussicht auf Heilung oder grundlegende Linderung der Symptome ist bislang nicht möglich.
Ein angepasstes Training, das Schritt für Schritt in seiner Intensität gesteigert wird, kann zu einer Reduzierung des Schmerzes und Senkung des Blutdrucks beitragen. Vor allem schonende Ausdauersportarten wie Walking, Radfahren, Schwimmen oder Aquajogging empfehlen sich.
Richtig starten
Wer untrainiert losläuft, -fährt oder -schwimmt, kann seinen Körper falsch belasten. Besprechen Sie sich vor dem ersten Training unbedingt mit Ihrem Hausarzt und bei Bedarf mit Ihrem Schmerztherapeuten und einem Orthopäden.
www.hochdruckliga.de
www.fibromyalgie-fms.de
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