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Archiv des Autors: Christoph Achterberg
Endlich wieder mobil
Endoprothetik schafft Lebensqualität statt Bewegungseinschränkung und Dauerschmerz
In den meisten Fällen ist es eine Frage des Alters: Die Gelenke beginnen zu schmerzen, Knie oder Hüfte machen jeden Schritt zur Qual, Mobilität und Lebensqualität leiden. Eine Arthrose hat den Knorpel der Gelenke geschädigt. Meist ist dieses Krankheitsbild ein dem Alter geschuldeter Verschleiß, es kann aber auch bei jüngeren Menschen, etwa aufgrund von Fehlstellungen, auftreten.
Da der Körper seine Gelenkknorpel nicht regeneriert, stehen zwei Behandlungsmöglichkeiten zur Wahl. Zunächst gibt es die Möglichkeit, Knorpel-Ersatzverfahren zum Einsatz zu bringen, bei denen die geschädigte Stelle mithilfe künstlich erstellten Knorpelgewebes versorgt wird – und schließlich mit einer sogenannten Endoprothese. Viele Patienten scheuen diesen Schritt, weil sie Schmerzen und noch weitere Einschränkung ihrer Mobilität erwarten.
Das entspricht so allerdings nicht der Realität, erklärt Dr. Tobias Greiner, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Maria Stern Remagen. Der Experte für Spezielle Orthopädische Chirurgie erläutert: „Das Ziel ist immer die schnelle Mobilisierung von Patienten nach einer Operation.“ Spätestens am Tag nach dem Eingriff sollen Reha-Maßnahmen beginnen und Patientinnen und Patienten wieder gehen. Dafür kommen im behandelten Körperteil Schmerzkatheter zum Einsatz, die unvermeidliche Reaktionen lindern.
Um ihre Ziele zu erreichen, werden in der Endoprothetik minimalinvasive Verfahren eingesetzt. Die Muskulatur wird im Operationsgebiet lediglich zur Seite geschoben und möglichst wenig verletzt und die Knochen in so geringem Umfang wie möglich bearbeitet. „Im Anschluss werden die Patienten mit einem Schmerzkatheter versorgt, damit sie aktiv sind und ihre Mobilität nicht durch Liegen weiter leidet.“ Letztlich, so ist sich Tobias Greiner sicher, sind endoprothetische Maßnahmen vor allen Dingen eine Verbesserung der Lebensqualität. Sein Tipp an Patienten: „Ich rate immer, nicht zu lange mit der Operation zu warten. Es nutzt nichts, zehn Jahre lang an jedem Tag Schmerzen zu leiden, um anschließend festzustellen, dass die Operation wesentlich unproblematischer als befürchtet war, und erst nach einer langen Leidenszeit wieder schmerzfreie Mobilität erreicht wird.“
Nicht nur in Fragen der Operationstechnik hat sich die Endoprothetik in den letzten Jahren spürbar zugunsten der Patienten weiterentwickelt, sondern auch hinsichtlich der Prothesen selbst. Neue Werkstoffe werden immer besser verträglich und immer haltbarer. Keramik und Polyethylen kommen gegenwärtig zum Einsatz. Die Wechselintervalle werden immer länger, augenblicklich sind Hüft- und Knieprothesen gut fünfzehn Jahre und länger nach der Implantation noch voll funktionsfähig.
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Leben mit Darmkrebs
Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig für die Darmgesundheit
Rund 60.000 Deutsche trifft alljährlich die Diagnose „Darmkrebs“. Neben den über 70-Jährigen, die rund 50 Prozent der Fälle darstellen, trifft es auch junge Menschen. Männer und Frauen, Sportler und Bewegungsmuffel erkranken an einem Tumor zwischen Dünn- und Enddarm. Krankenkassen, Ärzte, Sozialverbände und Politiker empfehlen daher die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung, die ab dem 50. Lebensjahr in Form von Stuhluntersuchungen und ab dem 55. Lebensjahr durch regelmäßige Darmspiegelungen erfolgen sollte.
Das erfreuliche Resultat sind Erkrankungen, die früh erkannt werden und gut therapierbar sind, sodass die Überlebensquote von Darmkrebspatienten immer weiter steigt. Die Sterberaten sind in den letzten zehn Jahren um mehr als 20 Prozent gesunken.
Dabei darf nicht verschwiegen werden, dass eine Darmkrebsoperation und eine Chemotherapie eine hohe Belastung darstellen und viele Umstellungen im Alltag nach sich ziehen. Vor allen Dingen ein künstlicher Darmausgang bedeutet einen großen Einschnitt im Leben. Praktische Hilfestellung gibt es für Betroffene in Sanitätshäusern, die zum richtigen Umgang beraten.
Gesunde Ernährung, die auch ohne Erkrankung für die Darmgesundheit wichtig ist, weil sie wenig Fett und viele Ballaststoffe enthält, wird nach einer Erkrankung noch wichtiger. Wie Gesunde sollten Patienten sich möglichst abwechslungsreich ernähren: mit viel Obst und Gemüse, mit Getreideprodukten und Hülsenfrüchten, aber mit wenig Fleischprodukten und Fett. Auch Alkohol sollte man nur in Maßen konsumieren. Eine Orientierung bieten die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Eine weitere Empfehlung der Fachleute: Als Darmkrebspatient sollte man ein möglichst normales Gewicht anstreben. Wer Übergewicht hat, sollte auf eine weniger energiereiche, kalorienärmere Ernährung und mehr Bewegung achten. Beispielsweise unter www.krebshilfe.de finden sich umfassende Informationen rund um das Thema Sport mit Darmkrebs.
Hilfe für Stoma-Patienten
Ein künstlicher Darmausgang (Stoma) bedeutet für die Betroffenen einen großen Lebenseinschnitt und viele Umstellungen. Aber sie sind nicht allein, denn rund 100.000 Menschen leben in Deutschland mit einem Stoma.
Infos für sie und ihre Angehörigen gibt es online etwa unter www.ilco.de/stoma oder www.stoma-welt.de und www.selbsthilfe-stoma-welt.de
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Lieber abtasten als wegschauen
Im Brustkrebsmonat Oktober dreht sich alles um Vorsorge und Früherkennung
Alljährlich erkranken in Deutschland knapp 70.000 Frauen an Brustkrebs. Er ist nach wie vor die verbreitetste Krebserkrankung und eine der häufigsten Todesursachen von Frauen. Trotzdem beträgt die Überlebensrate bei Brustkrebs 82 Prozent, bezogen auf 10 Jahre. Umso wichtiger sind Vorsorge und frühzeitige Behandlung.
Grundsätzlich gilt: Das Instrumentarium der Vorsorgeuntersuchungen sollte jede Frau in Anspruch nehmen. Diese Untersuchungen reichen von der eigenständigen Abtastung der Brust über Ultraschalluntersuchungen beim Facharzt bis hin zu Mammografien. Aber wann ist welche Untersuchung die richtige – und wie taste ich meine Brust eigentlich vollständig ab?
Ärzte empfehlen bereits ab einem Alter von 30 Jahren eine jährliche Brustuntersuchung – diese wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten regelmäßig eine Einladung zur Mammographie.
Empfehlenswert ist, die Brust einmal im Monat abzutasten – am besten eine Woche nach der Periode, da dann die Brust besonders weich ist. Führen Sie die Selbstuntersuchung regelmäßig durch, so erkennen Sie mögliche Veränderungen.
Stellen Sie sich mit herunterhängenden Armen vor den Spiegel: Haben sich Größe, Form oder Haut der Brüste verändert?
Heben Sie die Arme an. Bewegen sich die Brüste ganz natürlich mit nach oben? Betrachten Sie sie von vorn und von der Seite: Sehen Sie Hautfalten oder Auffälligkeiten der Haut?
Drücken Sie die Brustwarzen vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger. Wenn Flüssigkeit austritt, achten Sie auch auf die Farbe. Wer genau beobachtet, kann dem Arzt wichtige Hinweise geben.
Tasten Sie mit den Fingern der flachen Hand jeweils ein Viertel der Brust im Uhrzeigersinn ab. Achten Sie auf Knoten oder empfindliche Stellen. Um in der Tiefe zu tasten, müssen Sie richtig drücken. Prüfen Sie auch den Brustmuskel und die Achselhöhlen auf mögliche Knoten.
Alles zur Vorsorge
Die pinkfarbene Schleife steht weltweit als Symbol für Kampagnen und Aktivitäten gegen Brustkrebs:
www.pinkribbon-deutschland.de
Wie Frauen ihre Brust richtig selbst abtasten, zeigt Box-Weltmeisterin Regina Halmich unter
www.pinkribbon-deutschland.de/mitmachen/hinfuehlen-statt-wegsehen.html
Eine Video-Anleitung gibt es im YouTube-Kanal des St.-Antonius-Hospitals: www.youtu.be/T9H5Kju_Vgg
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Ausdauer lohnt sich
Chronische Beschwerden können durch gezieltes Training gelindert werden
Keine Erkrankung oder Verletzung ist schön. Wenn aber an ihrem Ende eine Heilung steht, können Patienten auf die Zukunft bauen und anschließend ein vollkommen unbeeinträchtigtes Leben führen. Was aber ist, wenn eine Erkrankung andauernd und chronisch wird, im schlimmsten Fall sogar lebensverkürzend wirkt?
Dann ist Resignation der falsche Weg. Denn damit werden Symptome nicht gelindert, sondern häufig verstärkt und die Lebensqualität noch weiter eingeschränkt. Es ist oft eine große Überwindung, selbst tätig zu werden – aber es lohnt sich.
Zu den verbreitetsten Erkrankungen in Deutschland gehört der Bluthochdruck. Zwar wird er vom Gesetzgeber nicht als chronische Erkrankung eingestuft, Ärzte und Experten der deutschen Hochdruckliga fordern allerdings genau dieses. Gegenwärtig sind 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland von Bluthochdruck betroffen. Er belastet auf Dauer viele lebenswichtige Organe. Daher ist Bluthochdruck eine führende Ursache von Herz- und Kreislaufkrankheiten, vor allem Herzinfarkt und Schlaganfall. Bluthochdruckpatienten kann medikamentös geholfen werden – eine hohe Bedeutung kommt aber auch einer Veränderung der Lebensweise zu. Übergewicht abbauen, die Ernährung umstellen … aber vor allen Dingen regelmäßige Bewegung und Ausdauersport haben sich als hilfreich erwiesen.
Auch Schmerzpatienten haben oft, etwa bei Fibromyalgie, eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems. Betroffene klagen über andauernde oder immer wiederkehrende Schmerzen an Muskeln und Sehnen. Begleitsymptome sind Schlafstörungen und Müdigkeit am Tag, Konzentrationsprobleme und Motivationsschwäche. Eine Therapie mit Aussicht auf Heilung oder grundlegende Linderung der Symptome ist bislang nicht möglich.
Ein angepasstes Training, das Schritt für Schritt in seiner Intensität gesteigert wird, kann zu einer Reduzierung des Schmerzes und Senkung des Blutdrucks beitragen. Vor allem schonende Ausdauersportarten wie Walking, Radfahren, Schwimmen oder Aquajogging empfehlen sich.
Richtig starten
Wer untrainiert losläuft, -fährt oder -schwimmt, kann seinen Körper falsch belasten. Besprechen Sie sich vor dem ersten Training unbedingt mit Ihrem Hausarzt und bei Bedarf mit Ihrem Schmerztherapeuten und einem Orthopäden.
www.hochdruckliga.de
www.fibromyalgie-fms.de
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Was tun bei Schmerzen in den Händen?
Therapie für zupackende Charaktere
Haben Sie sich einmal vergegenwärtigt, wie viele Tätigkeiten Sie jeden Tag mit Ihren Händen verrichten? Sie stellen den Wecker aus, schieben die Bettdecke beiseite, öffnen die Schlafzimmertür, halten die Zahnbürste, die Kaffeetasse, das Frühstücksbrötchen und die Zeitung … und das alles nur in der ersten halben Stunde des Tages. Wenn die Hände aber nur eingeschränkt oder gar nicht ihre Arbeit verrichten können oder Schmerzen bereiten, sind wir enorm eingeschränkt.
Hände sind komplex aufgebaute Körperteile, die grundsätzlich erstaunlich widerstandsfähig sind. Sie können bis ins hohe Alter problemlos funktionieren – es sei denn, es entstehen Probleme an den Gelenken oder Sehnen. Ein Karpaltunnelsyndrom oder eine Arthrose können – je nach Ausprägung – Bewegungen erschweren oder sogar ganz unmöglich machen.
Verschiedene therapeutische Maßnahmen bieten sich den Patienten an. Zur Handtherapie gehören beispielsweise Schienenbehandlung, Manuelle Therapie, Sensibilitätstraining und Bewegungsübungen.
Karpaltunnelsyndrom
Im Handgelenk läuft der Mittelnerv der Hand (Nervus medianus) durch eine tunnelartige Röhre, den Karpaltunnel. Gerät er an diesem Engpass unter Druck, zum Beispiel durch entzündete und angeschwollene Fingersehnen, entsteht das Karpaltunnelsyndrom. Typische Merkmale sind eingeschlafene Hände und nadelstichartige Schmerzen an Daumen bis Mittelfinger. Die Behandlung richtet sich nach dem Grad der Beschwerden. Häufig hilft bereits eine Armschiene, die nachts angelegt wird. Sind die Sehnen angeschwollen, kann versuchsweise Kortison in den Karpaltunnel gespritzt werden. Ärzte empfehlen eine sogenannte Dekompressions-Operation in der Regel erst, wenn Maßnahmen wie Armschiene und Kortison nicht helfen.
Arthrose
Bei einer Arthrose kommt es zum schrittweisen Gelenkverschleiß. Ausgangspunkt ist ein Defekt im schützenden Knorpel des Gelenks, der dann zu Gelenkschmerzen, Schwellungen, Funktionseinschränkungen und der Zerstörung der Gelenkkontur führen kann. Bei akuten Schmerzen können schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente sinnvoll sein. Welche Präparate geeignet sind und wie sie angewendet werden, sollte mit dem Arzt besprochen werden. Eine Operation sollte nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn andere Therapien nicht mehr ausreichend helfen. Welche Behandlung am besten geeignet ist, richtet sich unter anderem danach, welche Gelenke in der Hand betroffen sind.
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