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Erstmal tief durchatmen

Im Gespräch mit Dr. Björn Schwick, Luisenhospital Aachen

„Hören Sie mit dem Rauchen auf. Oder, noch besser: Fangen Sie gar nicht erst damit an“, rät Dr. Björn Schwick auf die Frage, wie man der häufigsten Lungenerkrankung vorbeugen kann. Er ist Chefarzt an der Klinik für Pneumologie im Luisenhospital in Aachen. Patienten mit Chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) stellen hier – wie auf der ganzen Welt – den größten Anteil dar. „COPD kann auch durch Staubbelastung entstehen, etwa bei Tätigkeiten unter Tage oder als Stuckateur. Aber diese Auslöser sind ganz klar in der Minderheit, die weitaus meisten Fälle sind auf Nikotinkonsum zurückzuführen“, erklärt der Facharzt.

Und dann? „Bislang sind COPD-Erkrankungen nur lindernd zu behandeln, etwa mit Inhalationssprays, um die Bronchien zu weiten, mehr Sauerstoff in den Körper gelangen zu lassen und die Lebensqualität der Erkrankten so lange wie möglich zu erhalten. Eine Heilungsmethode für COPD ist bis jetzt nicht mal am Horizont auszumachen“, erklärt Björn Schwick.

Aber die COPD ist nicht das einzige Krankheitsbild, das die Pneumologen, wie Lungenfachärzte auch genannt werden, beschäftigt. „Lungenkrebs und Asthma zählen seit Jahren zu unseren häufigsten Fällen, treten aber hinter der COPD zurück.“ Im Zuge der Corona-Pandemie ist die – ohnehin zweithäufigste – Lungenerkrankung besonders stark ins Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten: die Lungenentzündung.

„Grundsätzlich muss man sagen, dass eine Lungenentzündung selbstverständlich eine ernstzunehmende und auch schwere Erkrankung darstellt – aber in den allermeisten Fällen gut behandelbar ist“, sagt Dr. Björn Schwick. Das gilt auch für Fälle, die im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion entstehen. „Eine Lungenentzündung ist ein Infekt der oberen Atemwege. Wir behandeln die Patienten mit fiebersenkenden Medikamenten und sorgen für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. In vielen  Situationen wird auch eine Behandlung mit Antibiotika notwendig.“ Wenn alles glattgeht, ist eine Lungenenentzündung nach etwa zwei Wochen abgeheilt.

„Die Symptome einer Lungenentzündung gleichen zu Beginn denen einer Erkältung“, sagt der Fachmann. „Wenn dann Fieber hinzukommt, sollte man zunächst mit dem Hausarzt Kontakt aufnehmen – im Falle einer möglichen Corona-Infektion telefonisch, und nicht persönlich.“ Die Diagnose erfolgt per Röntgen und Blutbild. Der behandelnde Arzt entscheidet dann, ob ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist.

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