Endoprothetik schafft Lebensqualität statt Bewegungseinschränkung und Dauerschmerz
In den meisten Fällen ist es eine Frage des Alters: Die Gelenke beginnen zu schmerzen, Knie oder Hüfte machen jeden Schritt zur Qual, Mobilität und Lebensqualität leiden. Eine Arthrose hat den Knorpel der Gelenke geschädigt. Meist ist dieses Krankheitsbild ein dem Alter geschuldeter Verschleiß, es kann aber auch bei jüngeren Menschen, etwa aufgrund von Fehlstellungen, auftreten.
Da der Körper seine Gelenkknorpel nicht regeneriert, stehen zwei Behandlungsmöglichkeiten zur Wahl. Zunächst gibt es die Möglichkeit, Knorpel-Ersatzverfahren zum Einsatz zu bringen, bei denen die geschädigte Stelle mithilfe künstlich erstellten Knorpelgewebes versorgt wird – und schließlich mit einer sogenannten Endoprothese. Viele Patienten scheuen diesen Schritt, weil sie Schmerzen und noch weitere Einschränkung ihrer Mobilität erwarten.
Das entspricht so allerdings nicht der Realität, erklärt Dr. Tobias Greiner, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Maria Stern Remagen. Der Experte für Spezielle Orthopädische Chirurgie erläutert: „Das Ziel ist immer die schnelle Mobilisierung von Patienten nach einer Operation.“ Spätestens am Tag nach dem Eingriff sollen Reha-Maßnahmen beginnen und Patientinnen und Patienten wieder gehen. Dafür kommen im behandelten Körperteil Schmerzkatheter zum Einsatz, die unvermeidliche Reaktionen lindern.
Um ihre Ziele zu erreichen, werden in der Endoprothetik minimalinvasive Verfahren eingesetzt. Die Muskulatur wird im Operationsgebiet lediglich zur Seite geschoben und möglichst wenig verletzt und die Knochen in so geringem Umfang wie möglich bearbeitet. „Im Anschluss werden die Patienten mit einem Schmerzkatheter versorgt, damit sie aktiv sind und ihre Mobilität nicht durch Liegen weiter leidet.“ Letztlich, so ist sich Tobias Greiner sicher, sind endoprothetische Maßnahmen vor allen Dingen eine Verbesserung der Lebensqualität. Sein Tipp an Patienten: „Ich rate immer, nicht zu lange mit der Operation zu warten. Es nutzt nichts, zehn Jahre lang an jedem Tag Schmerzen zu leiden, um anschließend festzustellen, dass die Operation wesentlich unproblematischer als befürchtet war, und erst nach einer langen Leidenszeit wieder schmerzfreie Mobilität erreicht wird.“
Nicht nur in Fragen der Operationstechnik hat sich die Endoprothetik in den letzten Jahren spürbar zugunsten der Patienten weiterentwickelt, sondern auch hinsichtlich der Prothesen selbst. Neue Werkstoffe werden immer besser verträglich und immer haltbarer. Keramik und Polyethylen kommen gegenwärtig zum Einsatz. Die Wechselintervalle werden immer länger, augenblicklich sind Hüft- und Knieprothesen gut fünfzehn Jahre und länger nach der Implantation noch voll funktionsfähig.
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